Wie kann man einen katholischen Feiertag besser rumbringen als mit einem gepflegten H-Game? Hab mich daher gestern mal näher mit Lightning Warrior Raidy beschäftigt, bzw. habs komplett durchgespielt, denn mehr als 10 Stunden Spielzeit gibt das Game leider (oder zum Glück?) nicht her. Und selbst die erreicht man nur, wenn man alle Alternativenden mitnimmt.
Ein Wort der Warnung noch zum Review: Ich hab mich bei der Auswahl der Screenshots ziemlich zurückgehalten und versucht, möglichst harmlose Bilder zu verwenden. Man weiss ja nie, wer hier so alles mitliest, ne? Das gilt allerdings für die Betreiber der im Text verlinkten Seiten nicht unbedingt auch! Wer keine nackten Tatsachen mag oder wem vielleicht gerade die Frau/Freundin oder der Chef über die Schulter guckt, der sollte also vorsichtig sein, worauf er klickt!
Damit nun aber endlich zur Sache, Schätzchen!
Die Story
Raidy ist ein “fahrender Ritter” (weibliche Version) und beherrscht, neben dem Schwert, auch noch die Blitzmagie. Auf ihren Reisen landet sie eines Tages in dem Dörfchen Sadd, aus dem nach und nach alle jungen Frauen verschwunden sind. Die Dörfler vermuten, dass das Verschwinden mit einem geheimnisvollen Turm in der Nähe zusammenhängt. Von den jungen Männern, die ausgezogen sind, um den Dingen auf den Grund zu gehen, ist allerdings auch kein einziger jemals zurückgekehrt, so dass jetzt nur noch die Alten übrig sind. Diese bitten nun Raidy, das Geheimnis des Turms zu lüften und da diese gerade nichts Besseres zu tun hat, willigt sie ein und findet schnell heraus, dass sich im Turm ein Dämon namens Cubust nebst einigen seiner Domina-Dienerinnen eingenistet hat. Diese halten die Mädels aus dem Dorf gefangen und wollen sie zu willigen Sex-Sklavinnen “erziehen”, von deren “Liebessäften” sich der feine Herr Cubust dann ernähren will. Wem das noch nicht absurd genug ist: Wartet bis Ihr Cubust zu Gesicht bekommt! ^^


Das Spiel
Spielerisch merkt man dem Game doch sehr deutlich an, dass es auf einem Original aus dem Jahr 1994 basiert und das Remake lediglich optisch überholt wurde. In Sachen Gameplay ist Extrem-Oldschool-3D-Dungeoncrawling mit 90°-Drehungen und dem Karoblock auf den Knien angesagt, da man eine Automapping-Funktion leider vergeblich sucht – zumindest solange, bis man die Karte des jeweiligen Stockwerks gefunden hat. D.h. FALLS man sie denn überhaupt jemals findet … Schätze (Kisten mit diversen Potions, ein paar Waffen & Rüstungen für Raidy und eben der besagte Levelplan) sind in der 3D-Sicht nämlich genauso unsichtbar, wie die diversen Fallen und die Monster, die Raidy zufällig attackieren, und können nur entdeckt werden, indem man direkt über sie bzw. das entsprechende Feld drüberläuft.
Kenner von Bard’s Tale oder der alten TSR AD&D-Games für C64 und Amiga dürften sich bei Raidy spontan heimisch und an alte Zeiten erinnert fühlen. Der hauptsächliche (optische) Unterschied zwischen Raidy und diesen Games besteht eigentlich nur darin, dass die Monster damals noch deutlich weniger niedlich waren und deutlich mehr anhatten. ^^ Weniger abgehärtete Spieler warten vielleicht besser auf Raidy II, das ebenfalls von G-Collections lizensiert wurde und speziell beim Gameplay deutliche Verbesserungen verspricht.
Aber eigentlich sind wir ja auch weniger wegen der RPG- bzw. Dungeoncrawling-Elemente hier, gell?
Die Hauptattraktion von Raidy sind eindeutig die Kreaturen und Charas aus der Feder von Kazuma Muramasa! Jedes der 6 Stockwerke des Cubust-Turms wird von 3 verschiedenen Monster-Spezies und einem Level-Boss bewohnt, die es aus dem Weg zu räumen gilt, bevor man zum nächsten Stockwerk/Level aufsteigen kann.
Wobei man sehr schnell feststellt, dass die Bosse unbesiegbar sind, solange man sich nicht vorher bei den auf dem jeweiligen Stockwerk gefangen gehaltenen (Jung?)Frauen aus Sadd nach ihren Schwächen erkundigt hat. Das ist speziell im ersten Level ziemlich ärgerlich, da man hier, mangels Karte und weil sie grad Tag der offenen Tür hat, garantiert das eine oder andere Mal unbeabsichtigterweise bei Fonfon reinschaut – was diese zwar jedes Mal ungemein freut, den Spieler bzw. Raidy aber eher weniger, da es “Game Over” bedeutet. Obwohl, wer weiss … Verlieren ist durchaus auch nicht ohne Reiz, denn so oder so darf Raidy nach dem Kampf bei den SM-Spielchen des jeweiligen Bosses mitmischen. Lediglich die Rollenverteilung unterscheidet sich leicht, je nachdem ob man zuvor gewonnen oder verloren hat … Zur Freude des Spielers werden beide Lösungen auch gleich ausführlich dokumentiert.
Weniger reich bebildert sind die Zufallsbegegnungen mit den “normalen” Monstern eines Levels. Hier gibt es jeweils nur ein “Vorher”- und ein “Nachher”-Bild, die aber auch alle sehr hübsch und gelungen sind IMO. Ich überlege z.B. zur Zeit ernsthaft, mir einige Wer-Ratten (Muaramasa-Style) zuzulegen … ^^


Fazit
Wer auf SM-Yuri- und Tentakel-Action und/oder auf die Zeichnungen Kazuma Muramasas steht, der sollte hier unbedingt zugreifen – speziell weil es ja (noch) kein Artbook von Muramasa-san gibt und Raidy so ziemlich die einzige real-existierende Möglichkeit ist, gleich einen ganzen Haufen seiner Illustrationen auf einen Schlag zu erwerben. Nach erfolgreichem Durchspielen wird auch noch eine Bildergalerie freigeschaltet, in der man dann viele (leider nicht alle) der In-Game Illustrationen nochmal in Ruhe anschauen oder sie seinem Delphin zeigen kann.
Die “Action”-Szenen (präsentiert in Form diverser Standbilder) sind schön ecchi ohne dabei unappetitlich zu werden und die “Monster” (und natürlich auch Raidy selbst) sind einfach zu kawaii – mit Ausnahme von Chef-Dämon Cubust persönlich vielleicht.
Schade nur, dass das restliche Spiel mit der Qualität der Illustrationen nichtmal ansatzweise mithalten kann. Was hier geboten wird, ist bestenfalls geeignet, bei altgedienten RPGlern ein paar nostalgische Erinnerungen an die Anfänge des Genres wachzurufen. “Real 3D graphics”, wie sie die Werbung verspricht, sind jedenfalls was anderes und hatte ich schon die nervtötende (zum Glück abstellbare) MIDI-Musik erwähnt?
Bleibt zu hoffen, dass das bei Raidy II anders/besser wird. Dann könnte das wirklich ein geniales Spiel werden, das dem zur Zeit leider ziemlich vor sich hinschwächelnden Eroge-Segment ein paar neue Impulse und vor allem neue Kunden/Interessenten zuführen könnte …


P.S.: Wer sich selbst ein Bild von Raidy machen möchte: Das Game gibts für ca. 19€ (+Versand) bei Archonia.
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