War am Sonntag mal wieder im Kino und hab mir “Transformers” angeguckt. Ist zwar nicht japanisch (der Film) aber wohl trotzdem Pflicht für jeden auch nur ansatzweise Mecha-Begeisterten.
Zur Handlung, zu den Schauspielern usw. möchte ich nicht viel sagen, da ich a) nicht rumspoilern will und b) zu diesen Themen ja auch schon reichlich und von wesentlich kompetenteren Leuten als mir geschrieben wurde. Ich bin halt weder ein besonderer Filmfreak noch ein echter Transformers-Fan. Bevor ich in dieser Richtung also Mist erzähle, halte ich lieber die Klappe. ^^; Daher nur einige Anmerkungen aus der Sicht eines durchschnittlichen Mecha-Fans.
Sinnigerweise liegen genau in diesem Bereich aber auch meine Hauptkritikpunkte an dem Film: Da wären einmal die Transformationssequenzen, die mir (grösstenteils) überhaupt nicht gefallen haben, weil sie einfach viel zu schnell und zu chaotisch abliefen. Das war zwar sicher eine beeindruckende Demonstration des aktuellen Stands der Computeranimation, aber auch nicht mehr. Den Augen tats teilweise echt weh, weil man oft überhaupt nicht erkennen konnte, was genau da vorgeht. Technisch war es auch wenig glaubwürdig, weil einfach viel zu komplex und damit störanfällig. Und dann gabs da auch noch einige grobe physikalische Schnitzer in Verbindung mit den Transformationen: Man muss mir z.B. erstmal erklären, wie sich ein Auto in voller Fahrt (und ohne Unfall) in einen Roboter mit Beinen verwandeln soll, der dann einfach ohne Unterbrechung und mit gleicher Geschwindigkeit weiterläuft, so als wäre nicht geschehen. Siiiiicher, Dicker!
Starscream’s Verwandlungen im Flug dagegen waren unglaublich cool IMO. Da kriegt man richtig Lust auf einen Macross-Realfilm! ^^ Starscream war eh mein persönlicher Favorit in dem Film, neben Frenzy. Ganz allgemein haben mir die Decepticons besser gefallen, als die Autobots. Allein schon, weil zumindest ihre transformierten Formen deutlich abwechslungsreicher waren. Leider verlor sich diese Abwechslung bei ihren Roboter-Formen dann weitestgehend wieder.
Was mich zu den Mecha-Designs an sich bringt: Auch die fand ich irgendwie chaotisch und wenig ansprechend. Da wären zum einen auch wieder diese ganzen Klein- und Kleinstteile, aus denen die Roboter zusammengesetzt waren und die sinnigerweise auch noch alle offenlagen, so dass jeder Schuss oder Schlag eines Gegners ein Treffer war und Schaden anrichtete. Ich denke, diese Roboter sind alle intelligent und kampferprobt? Und da sind sie nicht irgendwann mal auf die Idee gekommen, ihre “Weichteile” mit einer Panzerung zu versehen, um länger zu leben und weniger Schmerzen aushalten zu müssen? Hmmmmmmmmm … Die Filmautoren haben zwar versucht, diesen Lapsus mit irgend so einem “Kraftfeld” zu erklären, das die Roboter schützt (von dem man in den Kämpfen aber nicht viel gemerkt hat). Aber wie gesagt, eine altmodische Panzerung (oder zumindest irgendeine Verkleidung) wäre IMO glaubwürdiger gewesen und hätte auch mehr Möglichkeiten geboten, den Robotern ein individuelles Design zu verpassen. So war das Ganze im Wesentlichen nur eine riesige Schraubensammlung, teilweise lackiert in verschiedenen Farben. Naja, zumindest flogen dadurch in den Kampfsequenzen ordentlich die Fetzen, im wahrsten Sinne des Wortes …
Insgesamt fühlte ich mich aber trotzdem prima unterhalten! Und das, obwohl der Streifen gute 2,5 Stunden lang ist. ^^ Hat man aber zu keinem Zeitpunkt gemerkt. Im Gegenteil: Teilweise war es mir persönlich sogar schon etwas zuviel Action. Speziell die (zahlreichen) Kämpfe waren oft so hektisch und schnell geschnitten, dass es echt schwer war, den Überblick zu behalten. Aber das ist wohl auch in einem echten Kampf so. Also hake ich es mal unter “Atmosphäre” ab.
Die Special Effects sind wirklich top! Man merkt dem Film zu keinem Zeitpunkt sein, für einen Sommer-Blockbuster, recht bescheidenes Budget von “nur” 150 Mio. Dollar an und speziell Flugzeugfans kommen voll auf ihre Kosten. Die US Air Force hat für den Film wirklich so ziemlich alles aufgeboten, was in ihrem Arsenal gut und teuer ist, inklusive einiger rarer Ospreys (manchem vielleicht bekannt aus GitS SAC) und der neuen F-22, die m.W. zum ersten Mal überhaupt in einem Spielfim auftaucht! Und bei aller Action kommt auch der Humor nicht zu kurz. Göttlich fand ich z.B. die Szene, wo sich die Autobots in Sam’s Garten “verstecken”. ^^
Bei einem Actionfilm sicher nicht der wichtigste Aspekt, aber auch die schauspielerischen Leistungen sind recht solide IMO. Shia LaBeouf (Sam Witwicky) und Megan Fox (Mikaela Banes) spielen ihre Rollen glaubwürdig und sympathisch – obwohl man Mikaela ihre angeblichen Fähigkeiten als Automechanikerin zu keinem Zeitpunkt wirklich abkauft. Aber wenn ich ein Auto hätte, dann dürfte sie sich auch gerne mal über meinen Motor beugen und so tun, als würde sie was davon verstehen!
Gut gelungen sind auch die Charakterisierungen von Frenzy (einer der sympathischsten Giftzwerge der Filmgeschichte ^^) und Bumblebee. Die anderen Robo-Charaktere (speziell die Decepticons) bleiben dagegen leider flach und klischeehaft. Aber es wird ja angeblich bereits an einer Fortsetzung gewerkelt. Vielleicht können sich darin dann auch andere Transformers besser profilieren.
Fazit
Alles in allem ist Transformers beste Unterhaltung für alle Mecha-, SF- und Actionfans! Allerdings sollte man den kleinen Physiker lieber zuhause lassen und Kenner/Fans der originalen Transformers sowie anderer klassicher Titel mit transformierbaren Mechas (z.B. Macross) dürften stellenweise etwas mit den Zähnen knirschen, ob der “kreativen Freiheiten”, die sich die Macher teilweise erlaubt haben. Die Mecha-Designs sind Geschmackssache. Mein Geschmack sind sie nicht wirklich. Das schmälert den Unterhaltungswert des Films als Ganzes aber nicht wesentlich IMO. Schönere und durchdachtere Designs wären halt noch das Sahnehäubchen gewesen.
Der “Blutfaktor” ist für einen Actionfilm übrigens angenehm niedrig. Genaugenommen kann ich mich an keine einzige wirklich blutige Szene erinnern. Es werden zwar Menschen verletzt und getötet, aber das wird nie in drastischen Bildern gezeigt. Die Agenten, die Frenzy z.B. in der Air Force One tötet, liegen anschliessend nur da (mit einem Shuriken in der Brust), ohne Blutlache, fehlende Körperteile o.Ä. Der Film ist also auch für Leute mit einem empfindlichen Magen geeignet bzw. weniger für Splatter-Fans.
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